FSJ bei Sparta

Bericht über mein FSJ bei Sparta Göttingen e.V.

Mein Name ist Johannes Hille, ich bin 20 Jahre alt und habe mein Freiwilligendienst bei Sparta Göttingen absolviert.

Die erste Frage, die man sich stellt ist, warum ich mir als mein eigenes Projekt einen Bericht ausgesucht habe.

Zuerst einmal, um besser über das Jahr reflektieren zu können und auch um anderen (auch potentiellen Nachfolgern) einen genaueren Einblick in das Alltagsleben als Freiwilliger zu geben.

Ich habe mich nach meinem Abitur auf der Seite des ASC Göttingen über ein FSJ im Sport informiert, da ich mir nicht 100% sicher war, was ich studieren wollte und mich außerdem in meinem Selbstbewusstsein, meiner Eigenständigkeit und meiner Kommunikation weiterentwickeln wollte, da ich diese (Fähigkeiten) zuvor als ausbaufähig hielt. Somit hab ich mich dann bei 5 Sportvereinen in Göttingen beworben.

Nach kurzer Zeit wurde ich zu 4 Vorstellungsgesprächen eingeladen.

Obwohl mir alle Mentoren der jeweiligen Vereine sehr nett und aufgeschlossen entgegentraten, entschied ich mich für Sparta Göttingen, da mir Frau Meyer (Jugendleiterin und Mentorin) und Herr Lechte (ehem. Jugendleiter und Mitgründer des Vereins) am sympathischten erschienen.

Somit trat ich mein FSJ am 01.08.2016 an.

In den ersten drei Tagen wurde mir zunächst alles gezeigt und erklärt. (Abläufe, Aufgaben, Örtlichkeiten, Personen, etc.)

Direkt am ersten Tag überreichte mir meine Mentorin den Schlüssel für das Sporthaus und das Büro und bewies somit sehr großes Vertrauen in mich.

An meinem zweiten Arbeitstag fuhr ich zusammen mit meiner Mentorin zu einem Fussballturnier der G-Junioren unseres Vereins.

Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste: Dies war auch zeitgleich die Mannschaft, welche ich während meines kompletten FSJ’s betreuen durfte.

Ich wurde den Kindern vorgestellt und kurze Zeit später sprachen sie mich schon mit meinem Namen an und fingen an immer zutraulicher zu werden.

Als ich dann ein Kind nach dem Spiel fragte, warum er nicht früher geschossen hat, sagte er: „Weil vor dem Tor regnet es Gras.. da ist es so rutschig“.

Und schon wurde ich vor meine erste Aufgabe gestellt.. Was antworte ich jetzt nur?

Ich entgegnete ihm nur mit einem lachenden: „na wenn das so ist, dann kann ich das natürlich verstehen“.

Am darauffolgenden Montag durfte ich dann zum ersten Mal die Kinder trainieren.

Dort begegnete ich dem ehem. FSJ’ler, der vor mir in der Einsatzstelle gearbeitet hat und nun ebenfalls Trainer der G und F-Jugend ist.

Darüber war und bin ich immer noch sehr glücklich, weil er mir damals viele Tipps gegeben hat, wie ich manche Sachen zu lösen habe und ich mich auch noch bis heute mit ihm super verstehe.

Ehrlich gesagt war ich zu dem Zeitpunkt ziemlich stolz sagen zu können, dass ich nun Trainer einer Fussballmannschaft war.

Ich entwickelte in der Folgezeit immer mehr den Drang erfolgreich mit den Kindern zu sein und entwickelte eigenständig Trainingspläne und führte diese bei den Trainings durch.

Nach 2 Wochen fuhr ich alleine mit einigen Eltern zu dem nächsten Turnier, was für mich erst einmal komplettes Neuland war, da ich mich selbstständig um alles kümmern musste, wie Bälle, Leibchen, Spielberichtsbogen, Pässe, etc.. Jedoch war es nicht so, dass ich von meiner Mentorin ins kalte Wasser geschubst wurde, sondern vielmehr war es mein eigener Wille, da ich so lernte selbstständig Verantwortung zu übernehmen, was vor meinem FSJ eines der wichtigsten Ziele war.

Diese Erfahrung hat mich in jedem Fall weitergebracht, da ich bei den nächsten Turnieren schnell merkte, dass mir diese Aufgaben immer leichter fielen, sodass ich jetzt an dem Punkt bin, dass es für mich normal ist, diese Aufgaben alleine zu übernehmen.

Kurze Zeit später bekam ich den Auftrag 1x in der Woche den Bestand des Clubhauses zu zählen und ihn in einer Excel Tabelle zu dokumentieren.

Auch diese Aufgabe behandelte ich sehr verantwortungsbewusst, da sich nach dem Bestand auch die Kasse richtet und beides miteinander übereinstimmen muss.

Mit der Zeit trat ich auch immer mehr in Kontakt mit den anderen Trainern und Funktionären aller Art im Verein, sodass ich auch bald an der ersten Vorstandssitzung teilnehmen durfte.

Diese Erfahrung war für mich natürlich komplett neu aber auch sehr spannend, da viele Themen rund um den Verein und auch wichtige Themen, die einem gar nicht so bewusst waren, behandelt wurden.

Ab diesem Zeitpunkt fühlte ich mich sozusagen, wie ein ‚Teil‘ des Vorstands, da ich bei wichtigen Entscheidungen immer dabei war und auch jederzeit meine Meinung äußern konnte, die auch bei manchen Vorstandsbeschlüssen mit in die Diskussion einbezogen wurde.

In den folgenden Monaten begann ich dann auch an einer Schule zu arbeiten.

Der Anfang dort fiel mir sehr schwer, da ich keine wirkliche Bezugsperson hatte und mir so die Aufgaben nur kurz geschildert worden, ohne mir genau zu sagen wie und wo ich diese zu erledigen hatte.

Auch nach einiger Zeit wurde es nicht besser und die Gespräche sowie der Umgang miteinander war nur sehr oberflächlich.

Bei der Hausaufgabenbetreuung hat es an den Absprachen gefehlt, da ich nie wusste was die Kinder auf hatten und diese mir auch alle was anderes erzählten, so wie Kinder nun mal sind.

Aber gerade dieses Problem hat mich sehr gestört, da es ein einfaches gewesen wäre dieses zu lösen.

Im Allgemeinen kann ich sagen, dass mir die Schulbetreuung, aus den o.g. Gründen, keinen Spaß gemacht hat.

Eventuell kann dies aber auch daran liegen, dass ich vor meinem FSJ nicht wusste, dass mein Verein eine Kooperation mit einer Schule hat, ich Schulen im generellen nicht mag und ich daher die negativen Punkte sehr in den Vordergrund stelle.

Allerdings muss ich dazu noch sagen, dass die Kommunikation mit dem Stadtsportbund reibungslos funktionierte.

Sobald ich dem SSB Bescheid gegeben habe, dass ich krankheitsbedingt ausfalle, bekam ich sofort eine nette Antwort und es wurde sich um Ersatz gekümmert.

Am 21.11.2016 stand mein erstes Seminar zum Vereinsmanager in Hildesheim bevor.

Ich fuhr sehr angespannt dorthin, da ich nicht wusste, was mich dort erwartet und ich auch keinen kannte.

Dies änderte sich jedoch sehr schnell und ich lernte gleich zu Beginn die sehr nette Seminarleitung kennen, sowie meine späteren Zimmergenossen.

Insgesamt fand ich die Seminare extrem gut.

Sowohl seitens des ASC was die Organisation betrifft, als auch von der Atmosphäre und den Lerninhalten fand ich die Seminare mehr als gelungen.

Außerdem konnte ich viele Dinge, die ich dort gelernt habe tatsächlich in meiner Einsatzstelle umsetzen was ich nicht gedacht hätte.

Alle Seminare und besonders das Abschlussseminar bereiteten mir sehr viel Spaß und Abwechslung zum Vereinsalltag.

Ich lernte dort einen Freund kennen, mit dem ich aller Voraussicht nach, nach Göttingen in eine gemeinsame WG ziehen werde, da wir uns auf Anhieb total gut verstanden.

Abschließend möchte ich mich beim ASC Göttingen, sowie bei meiner Einsatzstelle Sparta Göttingen recht herzlich für die immer präsente Unterstützung bedanken.

Mir hat das knappe Jahr wirklich sehr viel Spaß gemacht und ich kann und werde es nur jedem weiterempfehlen.

Einen besonderen Dank lasse ich meiner Mentorin Christina Meyer zukommen, die mir bei allen Fragen, gerade zu Beginn, geholfen hat und stets nett zu mir war trotz manchem Fauxpas.

Mir hat dieser Dienst so viel Spaß gemacht dass ich mir überlege neben meinem Studium weiterhin in diesem Verein engagiert zu bleiben !